Verbandskinos insgesamt legen bis Ende September um 10 Prozent zu, klassische Open Air Kinos um 20 Prozent – Aktionstag „Ein Land sieht einen Film“ verdreifacht seine Besucherzahl

BERLIN, 2. November 2026. Der Kinosommer Deutschland 2026 geht mit einem deutlichen Besucherplus zu Ende: Mit Abschluss der Saison zum Stichtag 30. September zählten die Kinos der Mitglieder des Bundesverbands der Open Air Kinos, einschließlich eines Mitgliedskinos in Luxemburg, rund 668.000 Besucherinnen und Besucher. Das sind rund 10 Prozent mehr als zum selben Stichtag des Vorjahres (rund 606.000). Die klassischen Open Air Kinos legten mit knapp einer halben Million Gästen (rund 498.000, 2025: rund 415.000) sogar um 20 Prozent zu. Durch den ganzjährigen Betrieb der Autokinos können deren Zahlen aus dem 4. Quartal abschließend erst Anfang 2027 ausgewertet werden und den Gesamtbesuch nochmals erhöhen. Viele Mitglieder erlebten ihre besucherstärkste Saison überhaupt, darunter die Open Air Kinos in Ludwigsburg, Regensburg und Fürstenfeld. „Dass die Open Air Kinos gemeinsam wachsen, hat diese Saison gezeigt: Je enger wir uns austauschen und je geschlossener wir auftreten, desto mehr Menschen haben in diesem herausragenden Sommer den Weg in Deutschlands größte und vielfältigste Kinosäle unterm Sternenhimmel gefunden“, erklärt Michael Claus, geschäftsführender Vorstand des Verbandes.

Erste Tendenzen für Januar bis September 2026 zeigen für den Open-Air-Markt inklusive Autokinos deutliche Zuwächse gegenüber dem Vorjahr, wobei die Umsätze stärker wachsen als die Ticketzahlen. Eine Einordnung mit den Marktzahlen der FFA, die auf Ganzjahresbasis erscheinen, will der Verband im kommenden Jahr nachziehen. „Die Besucherzahlen einer so vielfältigen Kinolandschaft belastbar zusammenzuführen, bleibt eine Kernaufgabe des Verbandes und seiner Partner. Umso wichtiger ist die gemeinsame Einordnung mit der FFA, damit der Beitrag der Open Air Kinos zum Kinojahr sichtbar wird“, so Vorstandsvorsitzender Matthias Pfitzner. Auch die Botschaft an die Verleiher bleibt: Der Sommer ist für die Open Air Kinos Hochsaison und für die Filmauswertung eine Chance. „Wer Filme gezielt im Sommer startet, erschließt zusätzliche Besucherpotenziale und holt Menschen über das besondere Open Air-Erlebnis zurück ins Kino“, so Michael Claus.

Aktionstag „Ein Land sieht einen Film“: Besucherzahl verdreifacht

Was die Open Air Kinos gemeinsam bewegen können, zeigte der dritte Aktionstag „Ein Land sieht einen Film“ am 12. August mit der Eberhofer-Komödie „Steckerlfischfiasko“. Nach finaler Auswertung der Verleihzahlen sahen rund 50.000 Gäste den Film an diesem Abend in 68 Open Air Kinos, davon 21 im Verband. 2025 waren es bei „Wunderschöner“ 15.000 Gäste in 36 Kinos. 50 Vorstellungen waren ausverkauft, die Auslastung lag bei rund 82 Prozent. Die Verbandskinos erreichten mit rund 920 Gästen pro Leinwand und etwa 85 Prozent Auslastung im Schnitt rund 44 Prozent mehr Gäste pro Leinwand als die Kinos außerhalb des Verbandes (rund 640). Ein besonderer Dank geht an den Kooperationspartner Constantin Film.

Open Air Kinocharts 2026: „Steckerlfischfiasko“ vor „Prada 2“ und „Spider-Man“

Die Saisoncharts der Verbandskinos beruhen auf den bislang ausgewerteten Meldungen von knapp 470.000 Besucherinnen und Besuchern, das sind rund 73 Prozent der Mitgliederbesuche. Die Top 5:

  1. „Steckerlfischfiasko“ – rund 41.000 Besucher und 465.000 Euro Bruttoumsatz
  2. „Der Teufel trägt Prada 2“ – rund 35.000 Besucher und 405.000 Euro Bruttoumsatz
  3. „Spider-Man: Brand New Day“ – rund 30.000 Besucher und 355.000 Euro Bruttoumsatz
  4. „Michael“ – rund 27.000 Besucher und 315.000 Euro Bruttoumsatz
  5. „Minions & Monster“ – rund 19.000 Besucher und 205.000 Euro Bruttoumsatz

Zusammen erzielten die fünf Spitzenreiter mit rund 1,75 Millionen Euro 33 Prozent des Bruttoumsatzes aller erfassten Filmbesuche. Über alle erfassten Titel gerechnet lag der durchschnittliche Bruttoumsatz bei rund 11,30 Euro je Besucher, im Kinomarkt insgesamt waren es laut FFA-Studie „Das Kinojahr 2025“ 10,01 Euro. Das spricht für eine hohe Nachfrage und Zahlungsbereitschaft des Publikums und eröffnet Verleihen und Kinos Spielräume bei der Kostendeckung. Dahinter folgen unter anderem „Glennkill: Ein Schafskrimi“ (14.000 Besucher / 155.000 Euro), „Obsession: Du sollst mich lieben“ (13.000 / 135.000 Euro), „Extrawurst“ (12.000 / 145.000 Euro), „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ (11.500 / 130.000 Euro), sowie die Klassiker „Mamma Mia!“ (11.000 / 135.000 Euro) und „Dirty Dancing“ (10.000 / 120.000 Euro). Die Charts umfassen bereits 250 Titel und werden fortgeschrieben, sobald weitere Meldungen vorliegen.

Die Auswertung weist die zehn erfolgreichsten Verleiher nach Besuchenden wie folgt aus:

  1. Universal Pictures: 26 Filme / rund 97.500 Besuchende und rund 1,1 Millionen Euro Bruttoumsatz
  2. Constantin Film: 12 Filme / rund 63.500 Besuchende und rund 700.000 Euro Bruttoumsatz
  3. Sony Pictures: 13 Filme / rund 58.500 Besuchende und rund 680.000 Euro Bruttoumsatz
  4. Disney: 10 Filme / rund 56.500 Besuchende und rund 665.000 Euro Bruttoumsatz
  5. Leonine Studios: 19 Filme / rund 31.000 Besuchende und rund 340.000 Euro Bruttoumsatz
  6. Warner Bros.: 9 Filme / rund 26.000 Besuchende und rund 320.000 Euro Bruttoumsatz
  7. Studiocanal: 14 Filme / rund 16.000 Besuchende und rund 180.000 Euro Bruttoumsatz
  8. Paramount Pictures: 14 Filme / rund 15.500 Besuchende und rund 145.000 Euro Bruttoumsatz
  9. Moving Adventures: 6 Filme / rund 11.500 Besuchende und rund 145.000 Euro Bruttoumsatz
  10. Neue Visionen: 9 Filme / rund 10.500 Besuchende und rund 120.000 Euro Bruttoumsatz

Kinosommer Open Air-Tour: 10.000 Kilometer mit „Same Sun“

Zum Kinosommer gehörte auch die Kinosommer Open Air-Tour zu „Same Sun – Mit dem Fahrrad durch Afrika“ (Verleihpartner: 24 Bilder). Die Tour umfasste 46 Vorstellungen in 43 Open Air Kinos, Protagonistin Wiebke Lühmann legte dafür rund 10.000 Kilometer zurück. Nach vorläufigen Angaben des Verleihs sahen rund 23.000 Zuschauerinnen und Zuschauer den Film unter freiem Himmel. In den Saisoncharts der Verbandskinos belegt der Film mit rund 9.200 Besuchern Platz 17. Zu den Stationen zählten große Häuser wie Dresden, Karlsruhe, Düsseldorf und München, aber auch die Blumeninsel Mainau, das Landgrafenschloss in Butzbach, der Theatervorplatz in Jena und das Kino auf dem Schlossberg in Herrenberg. „Großes Kino an ausgefallenen Orten ist nicht weniger romantisch oder spektakulär, vor allem wegen der Menschen, die überall mit so viel Herzblut Kino machen, und eines Publikums, das sich begeistert mitreißen lässt. Dank des Open-Air-Sommers habe ich Deutschland noch einmal ganz neu lieben gelernt“, so Wiebke Lühmann. Zum Kinosommer gehörten des Weiteren die Reihe „Festival Highlights“ mit dem Film „Gelbe Briefe“ (Verleihpartner: Alamode Film, Initiatorin: AG Verleih) und eine Tour des Films „Segeljungs“ (Verleihpartner: Filmwelt) durch zehn Open Air Kinos.
Ein Netzwerk, das trägt: Stimmen aus der Mitgliedschaft

Was die Mitglieder am Verband schätzen, fasst Uwe Papenroth (SWK Open Air Kino Krefeld) zusammen: „Vom Erfahrungsschatz des Bundesverbands der Open Air Kinos profitieren wir jedes Jahr aufs Neue. Der enge Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen hat unsere Programmgestaltung nachhaltig verbessert und bereichert.“ Michael Woll (EVENTED GmbH) sagt es so: „Ein Netzwerk weiß mehr über Dinge, über die Du Dir vorher noch keine Gedanken gemacht hast.“ Christian Kremer (The AIRSCREEN Company) ergänzt: „Du profitierst von deutschlandweitem Austausch mit Kollegen, Programmmachern und Verleihern. […] Und ganz nebenbei: Für jedes Deiner Probleme hat typischerweise mindestens eines unserer Mitglieder eine Lösung.“ Heiko Desch (DRIVE IN Autokino Deutschland) hebt die „gemeinsame starke Werbung und Reichweitenerhöhung, die man alleine nicht umsetzen kann“ hervor sowie die „tolle Vorstandsarbeit, die sich innovativ für alle Mitglieder einsetzt“.

Verband wächst und gewinnt Partner

Neu im Verband ist das Open Air Kino „Norddeutsches Freiluftkino“ des Burgtheaters Ratzeburg mit insgesamt 14 Standorten, das von Martin Turowski geleitet wird, der selbst schon viele Jahre Branchenerfahrung hat, u.a. als Vorstand bei HdF Kino. Für den Verband und das neue Mitglied gab es übrigens ein besonderes Highlight: die Weltpremiere des Films „Adams Acht“ unter norddeutschem Himmel. Außerdem verlängert der Vermarktungspartner Weischer seine Fördermitgliedschaft und zeigt als Vorreiter auf, wie die Attraktivität auch für große Branchenunternehmen gestiegen ist und ein Investment in die Arbeit des Verbandes und gemeinsame Projekte lohnt.

Ausblick: Klausur in der dunklen Jahreszeit

Der Verband führt die in diesem Jahr begonnenen Kampagnen und Aktionen fort und denkt sie weiter, darunter „Ein Land sieht einen Film“, die Kinosommer Open Air-Touren und die Filmreihe Festival-Highlights. Die dunkle Jahreszeit nutzt der Verband, um in Klausur zu gehen und Themen zu schmieden, so wie ein Film im Dunkeln erst zu leuchten beginnt. Über die Pläne für 2027 informiert er zu gegebener Zeit.

Über den Bundesverband der Open Air Kinos e.V.

Der Bundesverband der Open Air Kinos e.V. wurde 2019 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin. Er ist die Interessenvertretung der Kinoform Open Air Kino und seiner Betreiberinnen und Betreiber. Die Verbandsmitglieder verwandeln mit 53 Leinwänden rund 130 besondere Plätze in Deutschland und Luxemburg in große und vielfältige Kinosäle unterm Sternenhimmel und beleben bis weit in den September die Kultur- und Kinolandschaft. Die Ziele des Verbandes sind u.a. die Förderung des Bewusstseins für Open Air Kino als gleichwertige und eigenständige Kinoform, die Open Air Kino-Landschaft und ihre Potenziale sichtbar zu machen und über gemeinsame Aktivitäten und deren nationale Vermarktung zu stärken sowie ihre Reichweite zu vergrößern. Die Steigerung von Open Air Kino-Leinwänden und Besucherzahlen möchte der Verband aktiv fördern. Maßnahmen sind u.a. die jährlich stattfindende nationale Kampagne „Ein Land sieht einen Film“ mit den Filmen „Steckerlfischfiasko“ (2026), „Wunderschöner“ (2025) und „Barbie“ (2024) sowie Besuche von Filmschaffenden „open air“ im Kinosommer Deutschland. „Kinosommer Deutschland“ ist die Dach- und Kommunikationsmarke für Kampagnen und Aktionen des Bundesverbandes. Weitere Infos gibt es unter www.bundesverband-openairkino.de und auf Instagram unter @kinosommer_deutschland.

Für Rückfragen der Redaktionen:

Bundesverband der Open Air Kinos e.V.
Michael Claus, geschäftsführender Vorstand
Telefon: 0172/8641262
Reichenberger Straße 84
10999 Berlin
E-Mail: info@bundesverband-openairkino.de

Bildmaterial (Abdruck und Veröffentlichung honorarfrei):

  • Filmnächte am Elbufer Dresden am Aktionstag „Ein Land sieht einen Film“ (12. August 2026) – Foto: Philipp Götze
  • Wiebke Lühmann mit „Same Sun“ zu Gast bei Kino, Mond & Sterne in München – Foto: Sandra Schuberth
  • Vorstand des Verbandes: Michael Claus (links) und Matthias Pfitzner (rechts) – Foto: HDF KINO / Björn-Arne Eisermann